Achtsamkeit – häufig auch Mindfulness genannt – ist mehr als Meditation. In der therapeutischen Praxis kann sie zu einem konkreten Werkzeug werden, um Gedanken, Gefühle und Impulse bewusster wahrzunehmen.
Was Achtsamkeit unterstützen kann
In der Achtsamkeitspraxis lernen wir, unsere Aufmerksamkeit zu lenken. Das kann helfen,
- aus Gedankenkarussellen und Grübelschleifen auszusteigen,
- mit Angstreaktionen und belastenden Gefühlen umzugehen,
- zwischen Reiz und Reaktion eine bewusste Pause entstehen zu lassen,
- Gedanken zu beobachten, ohne ihnen automatisch folgen zu müssen,
- Gefühle wahrzunehmen, ohne sich vollständig in ihnen zu verlieren.
Diese Distanz ermöglicht eher eine selbstbestimmte Reaktion. Regelmäßiges Üben kann zu mehr Präsenz, Gelassenheit und Gegenwärtigkeit führen und bei Stress, Ängsten, depressiven Verstimmungen oder Erschöpfung hilfreich sein.
Achtsamkeit in Beziehungen
Ein achtsamerer Umgang miteinander kann helfen, genauer zuzuhören, den Standpunkt des anderen besser zu verstehen und impulsive Reaktionen früher zu erkennen. Besonders bei wiederkehrenden „Triggern“ entsteht so die Möglichkeit, nicht nur automatisch zu reagieren.
Auch in der Sexualtherapie kann Achtsamkeit eine Rolle spielen: weg von Leistungs- und Zielorientierung, hin zu einer breiteren, gegenwärtigeren und verbindenderen Form des sexuellen Kontakts.